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Limburg - Holzappel mit dem Rad

(August 1998)

Wie bei unserer ersten Tour wählten wir Limburg als Ausgangspunkt. Wie damals fanden wir auch diesmal keinen Stadtplan (manche Städte haben einen solchen am Bahnhof hängen), aber wir wußten ja, daß wir zum Tengelmann mußten. Inzwischen kannten wir uns etwas aus und fuhren die kürzeste Richtung zur Lahn. Eine beachtliche Stolperschwelle, unauffällig aus dunklen Basaltsteinen in dunkles Pflaster gemauert, meisterte ich vor dem Bahnhof mit dem Mountainbike. Da der Tengelmann sogar in der Stadt einmal deutlich ausgeschildert war, fanden wir schnell zur Lahn und schwenkten auf den Radwanderweg R7 Richtung Diez ein. Er fuhr sich leicht, führte geteert an der Lahn entlang und meist durch Felder. Wir fuhren auf das Schloß Oranienstein zu, eine kleine Steigung hinauf und gelangten in ein Diezer Wohngebiet. Etwas verwinkelt, aber immer gut mit R7 ausgeschildert.

In Diez endete die R7 Beschilderung schließlich, und wir fanden uns ohne Übergang auf dem "Rad- und Wanderweg R36" nach Koblenz. Wir fuhren weiter an der Lahn entlang und durch ein Kleingartengelände, in dem der R36 labyrinthartig angelegt war, was die Suche nach den Schildern spannend machte. Dann hatten wir Diez hinter uns und waren wieder auf einem komfortablen Weg.

Rote Sandsteinfelsen gaben dem Lahntal hier ein abenteuerliches, canyon - artiges Aussehen.

Auf diesem Abschnitt kamen wir leicht und schnell voran.

Später reichte der Wald bis zum Lahnufer, und der Weg war nicht mehr geteert, sondern ein einfacher schmaler Waldweg. Er war angenehm zu fahren, so richtig idyllisch, und bei Begnungen mit anderen Radfahrern mußte man etwas vorsichtig sein. Es war schon etwas schade, als diese Strecke dann bei Balduinstein zu Ende ging, denn sie war die schönste dieser Tour.

Der Ort lag auf der anderen Lahnseite, und auf dem Berg im Hintergrund war die Schaumburg zu sehen. Ein Schild am Weg informierte uns, daß der Radwanderweg hier zu Ende war. Die Fortsetzung war in der Planung, aber das half uns heute nicht weiter. Es wurde angeraten, das fehlende Stück mit der Bahn zu überbrücken, denn ansonsten mußte man über einen Berg. Das kam für uns nicht in Frage, schließlich hatten wir Mountainbikes, und da konnten wir wohl wegen eines Berges nicht gleich mit der Bahn fahren.

Balduinstein sah einfach malerisch aus. Es wäre traumhaft gewesen, wenn jetzt noch ein Triebwagen gekommen wäre, aber der kam nicht.

Wir verließen den Ort und fuhren auf der Straße weiter bis Geilnau. Sie war nicht sehr befahren. Unsere Radwanderkarte wies eine Möglichkeit aus, von Geilnau abseits der Straße auf Feldwegen über den Berg nach Holzappel zu kommen. Zwei Gründe sprachen dagegen, diese Abkürzung zu nutzen: Am Ortsende von Geilnau fehlte jeglicher Hinweis, und einfach eine Steigung hochzufahren, um dann zu sehen, ob sie die richtige war, war uns doch zu anstrengend. Außerdem sind Steigungen auf Feldwegen noch mal anstrengender als auf der Straße. So blieben wir gleich auf der Straße. 3 km sollten es noch sein. Ein Schild zeigte 12 % Steigung. Bald war der Puls auf 150 und die Muskeln wurden schwer.

Wir machten eine kurze Verschnaufpause, um etwas zu trinken und den Puls wieder etwas herunterkommen zu lassen, dann ging es weiter.

Wir waren jetzt auf der Höhe angekommen und verschnauften noch einmal. Die Aussicht war sehr gut, wir konnten die Schaumburg bei Balduinstein und weit dahinter den Feldberg im Taunus sehen, erkennbar an dem charakteristischen Turm, der im Foto nur schwach zu sehen ist. Nach wenigen Metern waren wir am Ortseingang von Holzappel, der höchsten Stelle unserer Tour.

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