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Limburg - Weilburg mit dem Rad

(August 1998)

Unsere Radtourenkarte endete kurz vor Limburg, also mußten wir uns zunächst auf unser Gefühl verlassen, um den R7 zu finden. Am Bahnhof gab es keinen Richtungshinweis, aber die Lahn lag doch wohl hinter dem Dom, und der Dom war zu sehen, also zogen wir einfach los, zunächst durch die Fußgängerzone und dann bis zum Domplatz. Von hier hatte man einen schönen Blick auf die Lahn, aber es gab keinen Weg nach unten. Wir schoben die Rennräder über das Kopfsteinpflaster der Altstadt und verirrten uns dann auf eine vierspurige Straße. Von einem ortskundigen Fußgänger erhielten wir den entscheidenden Tip. Den Tengelmann hatten wir bald gefunden und von da aus konnte man die Lahnbrücke sehen, auf der wir die Lahn überqueren mußten. Tatsächlich, auf der anderen Seite war jetzt der erste Hinweis auf den R7.

Von der Brücke hatten wir einen schönen Blick zurück auf den Dom. Von diesem Dom gab es in früheren Zeiten bei allen Banken und Sparkassen ein Bild zu kaufen. Inzwischen war es 12.45 Uhr geworden, und knapp 90 Fahrkilometer bis nach Hause lagen noch vor uns. Es war Zeit, erst einmal ein paar davon zügig zu fahren, um zu sehen, wie wir vorankommen würden. Der R7 zog sich angenehm flach auf der rechten Lahnseite entlang (in Flußrichtung gesehen) und führte nach Dietkirchen.

Schon von weitem konnte man das markante Gebäude der Lubentius-Basilika in Dietkirchen sehen. Eine Verzweigung des Radweges ging über eine Lahnbrücke und bei Dehrn wieder zurück. Wir blieben zunächst rechts der Lahn. In Dehrn verlief die Strecke etwas verzwickt durch den Ort, einmal war das R7-Schild sogar mit einem "Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art" kombiniert. In Steeden führte der Weg an der Straße entlang. Wir beschlossen, zunächst auf der Lahn-Ferienstraße L3063 zu bleiben, die nicht sehr befahren war, und noch einige Kilometer durchzuziehen. In Runkel überquerten wir die Lahn und fuhren weiter nach Villmar. Ab Vilmar zog sich der R7 abseits der Lahn durch Felder und war geschottert, so daß wir auch hier noch auf der Straße blieben. Wir begegneten ihm wieder, als er zurück zur Lahn-Ferienstraße kam. Die Steigungen der Straße hatten etwas Kraft und Schweiß gekostet, und so war es verlockend, doch wieder dem R7 zur Lahn hinunter zu folgen. Wir fuhren sehr langsam und vorsichtig, denn mir war einmal auf auf Schotter ein Rennradreifen geplatzt, und heute sollte das auf keinen Fall passieren.

Bald waren wir unten an der Lahn, der Weg war wieder geteert und wir fuhren am Fluß entlang durch Aumenau. Da wir vom Zug aus gesehen hatten, daß danach ein Stück Schotter kam, folgten wir statt dem R7 einer Landwirtschaftsstraße, die durch eine schöne ländliche Gegend mit einem kleinen Waldgebiet führte. Sie war in der Tourenkarte als fahrradtauglich markiert.

Bei Fürfurt kamen wir wieder hinunter zur Lahn. Hier herrschte ein reges Treiben. Zahlreiche Radfahrer waren beim "Canadier Willi" oder dem gegenüberliegenden "Paradiso" gestrandet. Hier gab es auch eine sehr frequentierte Anlegestelle für Bootsfahrer.

Der Pendolino war schnell, doch ich hatte die Kamera griffbereit. Carola machte noch ein Bild von der Lahn, dem Radweg und mir, und dann fuhren wir weiter. Dieses Teilstück des R7 von hier bis nach Weilburg war ingesamt sicher das schönste der ganzen Strecke. Der Weg folgte der Lahn, war leicht und schnell zu fahren und landschaftlich sehr reizvoll. Ich möchte diesen Abschnitt besonders empfehlen.

Den zahlreichen Douglas-Addams-Fans muß man die Bedeutung dieses Schildes vor Weilburg nicht erklären, und die anderen können sich einfach vorstellen, daß es die schiffbaren Lahnkilometer anzeigt. Wenig später kam Weilburg in Sicht.

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