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HP Garage, Palo Alto 

TECHNIK - GESCHICHTE

(2000)

Im Santa Clara Valley wurde der Grundstein für zahlreiche Entwicklungen gelegt, die unser Leben verändert haben. Viele der Labors und Firmen sind wieder untergegangen, von manchen blieb nur ein Gedenkstein. Diese Seite soll einen Überblick geben, welche Gedenktafeln und Museen es heute im Silicon Valley zu sehen gibt.

Die Geschichte beginnt in Palo Alto, denn eine der ältesten Wurzeln des Silicon Valley ist die Stanford University. Zahlreiche Firmen wurden von früheren Forschern an der Universität gegründet. Bilder vom Campus der Universität sind über die Seite Palo Alto zu finden.

Gedenktafel des Electronics Research Laboratory

An der Ecke Channing / Emerson Street in Palo Alto steht eine Gedenktafel für das Electronics Research Laboratory. Dort entwickelte Dr. de Forest im Jahr 1911 die Elektronenröhre zur ersten Verstärkerröhre weiter (Bilderseite). In den folgenden 50 Jahren waren Elektronenröhren die wichtigen Bestandteile aller elektronischen Geräte, vom Radio über den Fernseher bis hin zu Computern.

Garage von Bill Hewlett in Palo Alto

1935 bauten Bill Hewlett und David Packard in der berühmt gewordenen Garage in der Addison Street in Palo Alto einen Verstärker für die Firma von Walt Disney, mit dem man die Tonfilmausrüstung testen konnte. Die Garage, wohl die meistfotografierte im Santa Clara Valley, ist nur zwei Blöcke von der Erinnerungstafel für de Forest entfernt. Bilder der Garage habe ich auf einer separaten Seite zusammengestellt.

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Industrie im Tal einen enormen Aufschwund. In dieser Zeite wurde in der Firma Ampex in Redwood City, deren Werbeschild am Highway US 101 zu sehen ist (Bild), der Videorecorder entwickelt. 1957 gab es die erste Fernsehsendung vom Band. Ampex verkaufte danach das Patent jedoch an japanische Firmen. Ampex hat ein öffentliches Museum, das ich bisher noch nicht aufgesucht habe.

In den fünfziger Jahren begann die Entwicklung, in deren Verlauf das Tal schließlich zum Silicon Valley wurde. Die Halbleitereigenschaften von Silizium und anderen Stoffen waren schon lange bekannt. 1947 hatte William Shockley an der Ostküste der USA den Transistor entwickelt, der die Elektronenröhre in ihrer Funktion als Verstärker ersetzen konnte und beachtliche Vorteile gegenüber den Röhren hatte. Shockley zog 1955 von der Ostküste der USA wieder in seine Heimatstadt Palo Alto und gründete dort die Shockley Semiconductor Corporation. Ein Jahr später, 1956, erhielt er zusammen mit John Bardeen und Walter Brattain den Nobelpreis in Physik.

Sherman Fairchild, der die Fairchild Camera and Instrument Corporation leitete, unterstützte eine Gruppe von Forschern bei der Entwicklung der planaren Technologie, einer Methode zur Massenproduktion von Transistoren. Daraus entstand die Fairchild Semiconductor Corporation, die heute ihr Hauptquartier in Maine an der Ostküste der USA hat. Ein Mitarbeiter von Texas Instruments, Jack Kilby, baute 1958 mehrere Transistoren auf einem einzigen Halbleiterplättchen auf und erfand damit den integrierten Schaltkreis.

Robert Noyce, einem Mitarbeiter von Fairchild, gelang es 1959 ebenfalls, einen solchen IC herzustellen. Er erfand auch gleich die Technik der Lithografie, die eine Massenproduktion ermöglichte und heute noch verwendet wird. Jack Kilby erhielt 42 Jahre nach seiner Erfindung, im Jahr 2000, den Nobelpreis für Physik. Robert Noyce verstarb bereits 1990, und da nur lebende Personen mit dem Nobelpreis geehrt werden, blieb ihm diese Ehre versagt.

Der integrierte Schaltkreis, auch Chip genannt, revolutionierte die gesamte Elektronik. Eine Gedenktafel an einem Gebäude in der Charleston Road in Mountain View (Bilder) erinnert an die Erfindung von Robert Noyce.

Robert Noyce verließ Fairchild und gründete 1968 zusammen mit George Moore, ursprünglich ebenfalls Mitarbeiter von Fairchild, und Andy Grove die Intel Corporation in Santa Clara. Ursprünglich hatte man die Absicht, Speicherbausteine herzustellen. Doch schon frühzeitig bekam die Firma einen Auftrag, der zur Entwicklung des ersten Mikroprozessors führte, dem Intel 4004. Die Geschichte von Intel, vom 4004 bis zu den heutigen Prozessoren, ist im Museum der Firma in Santa Clara nachzuvollziehen. Bilder vom Museum sind über die Seite Museen zu finden. Auch AMD (Advanced Micro Devices) und National Semiconductor wurden übrigens von früheren Mitarbeitern von Fairchild gegründet.

Zu den ersten Computern für jedermann gehörten die Apple Computer, deren erstes Modell in einer Garage in Cupertino entstand. Bilder der Firma Apple und der Garage finden sich auf der Seite über Cupertino.

Ein allgemeines Computermuseum gibt es im Santa Clara Valley nicht, doch ist eine entsprechende Einrichtung auf dem Gelände des Moffett Field Aufbau, das in den nächsten Jahren der Öffentlichkeit zugänglich werden wird. Interessante Ausstellungsstücke hat auch das Tech Museum in San Jose, zu dem ich später eine Seite zusammenstellen werde.

Ausstellungsstücke zu einem anderen Forschungsgebiet zeigt das Hiller Aircraft Museum in San Carlos. 1915 wurde an der Stanford University der erste Windkanal gebaut, mit dem systematische Forschung über Tragflächen und Propeller durchgeführt wurden. Bilder davon finden sich auf der Seite über das Hiller Aircraft Museum (siehe die Seite über Museen).

Ein jährliches Treffen von Fans historischer Computer ist das Vintage Computer Festival (Link zur Homepage des VCF). Im Jahr 2000 fand erstmals eine derartige Veranstaltung in Europa (München statt). Ich habe dazu eine Bilderseite zusammengestellt.

Links:

Allgemein:

Fred Terman, the Father of Silicon Valley

Silicon Valley and Route 128: Two faces of the American Technopolis

From the Valley of Heart's Delight to the Silicon Valley: A Study of Stanford University's Role in the Transformation

Memoir of a Homebrew Computer Club Member

Computer - Geschichte

Computer History Links

Auf der Homepage des zukünftigen Computermuseums auf dem Moffett Field findet sich die chronologische Darstellung der Computergeschichte:
Timeline of Computer History

Die Sammlung der Stanford University:
Computer History Exhibits Tour der Stanford University

Dieses Museum ist auf Atari und Commodore spezialisiert: Virtuelles Computermuseum

Die Geschichte vom Apfel: Apple II History

Die graue Vorzeit: Chronology of Digital Computing Machines 1623 bis 1952

Die Geschichte geht weiter:
Chronology of Events in the History of Microcomputers 1947 - 2000

Frequently Asked Questions aus dem Usenet. Hier findet man auch Antwort auf wichtige Fragen wie z.B. "Hat Bill Gates MS-DOS geschrieben ?" : alt.folklore.computer - FAQ.

Silicon Valley Linux Users Group

Douglas W. Jones hat im Abschnitt Historical Computers eine beachtliche Sammlung von Informationen

Deutsche Links:

Geschichte des Silicon Valley (in Englisch)

Das Oldies - Festival gibt es jetzt auch in Europa (München):
Vintage Computer Festival

Ein Treffen der 8-bit-Fans: zfest

Gaby's Homepage für CP/M-Freunde

Das Computermuseum in Paderborn: Heinz-Nixdorf MuseumsForum

Zum Stöbern: 8bit-Museum

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