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San Francisco - Golden Gate - Tiburon mit dem Mountainbike

Teil I: San Francisco - Golden Gate ( weiter zu Teil II )

© Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert

(September 1998)

 Golden Gate Bridge

Diese Tour stellt keine besonderen Ansprüche und man kann sie mit jedem Fahrrad fahren. Warum also mit dem Mountainbike ? Nun, wir sind in den USA, und wenn man hier mit dem Fahrrad fährt, dann ist das meistens Sport, und dazu ist das entsprechende Sportgerät notwendig. Trotzdem sie eine sehr einfache Tour ist, hat sie mich sehr beeindruckt. Sie führt durch eine der schönsten Gegenden der Welt, sie bietet spektakuläre Aussichten, und sie endet mit einer Schiffsfahrt quer durch die San Francisco Bay. Kürzlich habe ich mir die Gegend noch einmal im Microsoft Flugsimulator angesehen, ein Bild gemacht und die Strecke eingezeichnet.

Sonntags um 9.42 Uhr standen wir an der San Carlos Caltrain Station. Der Caltrain (Homepage) brachte uns in einer dreiviertel Stunde zur Endhaltestelle in San Francisco. Hier wechselten wir auf den Stadtbus. Wir nahmen die Linie 30 und fuhren gleich bis zur Columbus Avenue durch. Dort stiegen wir in der Nähe der Adventure Bicycle Company (Homepage) aus. Der Laden war uns aufgefallen, weil wir am Vortag die Columbus Avenue entlang geschlendert waren und schließlich ein Cafe aufgesucht hatten. Da hatten wir ihn auf der anderen Straßenseite gesehen, hatten uns darin umgesehen, über Tourenvorschläge informiert und gleich den Entschluß gefaßt.

Adventure Bicycle Company

Ein Fahrrad zu mieten, war in gewisser Weise etwas umständlicher, als ein Auto zu mieten. Der Mietpreis war $20 / Tag, und die Kaution war dank credit card kein Problem, aber anders als beim Auto waren noch eine Reihe von Erklärungen zu unterschreiben, in denen wir bestätigen mußten, daß wir uns über die Gefahren unseres Vorhabens im Klaren waren, zum Beispiel Stürze, plötzlichen Wetterwechsel, Gefahren durch technische Defekte des Fahrrads und vieles andere mehr, und daß wir für alle diese Ereignisse sowie auch alles andere, was möglicherweise passieren konnte, den Verleiher von jeder Haftung befreiten.

Die Fahrräder wurden noch etwas eingestellt, dann packten wir unsere Sachen aus den Daypacks in die Fronttaschen. Zwei Trinkflaschen bekamen wir, dazu ein Faltblatt mit Hinweisen und einer kleinen Karte, und unsere Daypacks mit etwas Kleidung für den kälteren Abend nach der Tour konnten wir in einem Schließfach im Laden lassen.

Wir fuhren los. Nur Verpflegung hatten wir jetzt noch nicht, aber die hofften wir unterwegs zu besorgen. Zunächst fuhren wir die Columbus Avenue hinunter zum Strand. Als wir das Wasser erreichten, war es inzwischen 11.45 Uhr geworden.

 Hafen

Wir teilten die Uferpromenade mit den Fußgängern, fuhren langsam und genossen die fantastische Aussicht. Der Weg führte am Ufer entlang, an Yachten, Parkplätzen, Parkanlagen vorbei, danach war ein separater Bikeway ausgeschildert. Weiter ging es etwas abseits vom Ufer auf einer der Straße, und hier war eine sehr ausgedehnte Baustelle, vielleicht sollte hier ein weiteres Parkgelände angelegt werden. An Gittern entlang fuhren wir bis zum Gelände an der Fort Point National Historic Site, einer Festung, die unterhalb des südlichen Pfeilers der Brücke liegt. Inzwischen war es dringender geworden, noch etwas zu Essen zu besorgen, aber auch hier gab es nichts.

 Fort Point

Im Fort besichtigten wir kurz das Innere und die Kanonen, ohne uns lange aufzuhalten.

 Golden Gate Bridge

Fort Point war auf Meereshöhe, und die Golden Gate Bridge zeigte sich hier aus einer interessanten Perspektive. Als nächstes mußten wir nach oben zur Brücke. Auf der kleinen Straße war die Steigung gar nicht so steil, wie ich befürchtet hatte, und auch nur kurz. Unvermittelt standen wir am touristischen Zentrum der Brücke, einem großen Parkplatz für Busse und Autos, und hier gab es jetzt auch Verpflegung zu kaufen.

 Parkplatz an der Golden Gate Bridge

Aus dem Überfluß wählten wir Ham-and-Cheese Sandwiches und als Reserve nahmen wir noch ein paar Snickers mit. Für eine Weile standen wir in der warmen Mittagssonne an einem Schnellimbiss und beobachteten das lebhafte Treiben. Hier war jeder irgendwie beschäftigt, meistens entweder mit Essen oder mit Fotografieren, genau wie wir auch.

Man hätte von hier aus auch noch einen Abstecher zu Point Lobos an der Pazifikküste machen können, aber wir wollten die verfügbare Zeit lieber für häufige Stops auf unserer Tour verwenden, und eine gewisse Reserve brauchten wir ja auch, denn wir hatten keinen Fahrplan von der Fähre. An den Touristenströmen entlang schoben wir die Räder die letzten Meter bis zur Brücke.

 Zufahrt zur Golden Gate Bridge

Wir studierten gründlich die reichlich vorhandenen Hinweisschilder und stellten fest, daß an Sonntagen die Bay - Seite den Fußgängern vorbehalten war, also tauchten wir auf einer kleinen Straße unter der Brücke hindurch zur Pazifik - Seite.

 Golden Gate Bridge

Hier waren die Radfahrer ganz unter sich. Schon nach ein paar Metern blieben wir stehen, um die Aussicht und die frische Brise vom Pazifik her zu genießen. Der Fahrradverkehr war lebhaft, schließlich war es ja auch ein Sonntagswetter wie aus dem Bilderbuch.

 Golden Gate Bridge

Wir hielten noch zweimal an, um die verschiedenen Aussichten in uns aufzunehmen, bis wir schließlich die andere Seite erreicht hatten. Einen guten Blick auf San Francisco hatten wir nicht, den gab es natürlich von der Pazifikseite aus nicht.

Auf der Halbinsel nördlich der Brücke liegt die Golden Gate National Recreation Area. Man kann dort mit anderer Planung oder mehr Zeit oder Ehrgeiz einen Abstecher in die Berge machen. Auf unserem Rundkurs war das nächste Ziel Sausalito, das "kleine Weidenwäldchen".

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